“If I can make it there, I'll make it anywhere”

Von Harald A. Summa

Das singt Frank Sinatra in seinem Lied New York, New York. Die vergangenen Tage der Tour durch einen Teil der USA mit Bundesminister Dr. Philipp Rösler haben mir gezeigt: Wem es gelingt, im Silicon Valley als Technologiestandort und Synonym für die gesamten USA Fuß zu fassen, kann die Welt erobern. Dies gilt für Start-ups im gleichen Maße wie für IT-Unternehmen im gereifteren Stadium. Das ist einfach so und ich könnte einige Seiten über die Gründe dafür schreiben.

Alle 100 Unternehmer, die Rösler auf der Reise begleiteten, sind sich auf dem Nachhauseweg darüber einig, dass diese ihren Zweck mehr als erfüllt hat. Aus Sicht der Teilnehmer haben wir es verstanden, Deutschland in den USA als ein Land der Innovationen und engagierter Unternehmer mit geschäftsträchtigen Produktideen zu präsentieren und nicht nur als Absatzmarkt. Wir haben die Gelegenheit genutzt, deutsches Unternehmertum für amerikanische Ventures interessant zu machen. Für manch einen waren die Gespräche so gelungen, dass er darauf hoffen kann, in Zukunft vertiefende Gespräche mit einzelnen Investoren führen zu können.

Wir haben es aber auch verstanden, auf die breite und beachtenswerte Gründerszene in Deutschland aufmerksam zu machen. Bei allen VCs mit denen wir sprechen konnten, wurde die Aufbruchsstimmung in Deutschland, die wir beim eco als „Zeit für Visionäre" thematisieren, nicht erst wahrgenommen, sondern der Anfangsverdacht wurde überzeugend bestätigt. In Deutschland gibt es Innovation und Unternehmertalente in der Gründerlandschaft und damit große Chancen für amerikanische Investoren.

Stärker fokussieren

Silicon Valley ist keine Region sondern ein „Mindset“. Wer das versteht, kann einige der Voraussetzungen bestimmen, über die eine erfolgreiche Gründerlandschaft verfügen muss. Dazu gehören

- Inspiration,
- Vernetzung,
- Selbstvertrauen
- und natürlich Geld. Das gibt es nun mal zu anderen Konditionen in den USA als hierzulande.

Für mich haben die vier Tage in den USA eines deutlich gemacht: Die USA sind kein Wunderland, nur verstehen es die Amerikaner, mit sich und der Welt besser und lockerer umzugehen. Innovation und Erfolg entwickeln sich nur mit harter Arbeit und starker Fokussierung. Letzteres entgeht sehr dem deutschen Gemüt.

Noch eine Bemerkung in Sachen deutscher Presseberichterstattung. Vieles, was in der letzten Woche über die Reise der deutschen Wirtschaftsdelegation unter Leitung von Bundesminister Dr. Philipp Rösler berichtet wurde, hat einen parteipolitischen Einschlag erhalten, der der Sache letztlich sehr geschadet hat. Rösler hat mit einem unglaublichen Engagement und man könnte fast sagen Leidenschaft für die Anliegen der Start-ups und den Wirtschaftsstandort Deutschland Stellung bezogen. Seine Rede auf dem Stanford Campus beeindruckte die Studierenden, Professoren und Gäste und uns gleichermaßen. Ich habe bisher noch keinen deutschen Wirtschaftsminister erlebt, der so engagiert und kompetent in der Sache auftritt. Herzlichen Dank!

Und last but not least: Ein herzliches Dankeschön allen Teilnehmern, die die Reise zu einer wertvollen Erfahrung gemacht haben und den Verantwortlichen für die herausragende Organisation und die Chancen, die sie uns eröffneten! Wir sind zwar wieder in Deutschland, aber die Reise ist noch lange nicht am Ende ...